Bürgerinitiative A4minus

Für Klima, Natur und Ver-kehrswende - kein Ausbau der A4 im Kölner Süden!

Zwischen dem Kreuz Gremberg und Kreuz Süd in Köln soll die Autobahn A4 von 6 auf 8 Spuren erweitert werden. Dabei wird die Rodenkirchener Bücke abgerissen und neu gebaut.
Wir wollen das verhindern!

Was bedeutet der Ausbau für Köln?

Jahrzehntelange Bauzeit

Die geplante Baumaßnahme soll 2030 beginnen, mindestens 10 Jahr andauern und voraussichtlich 500 Mio. € kosten. Nach kölscher Baupraxis (spitz kalkulieren und dann Zeit und Geld verdoppeln) also ca. 20 Jahre Bauzeit und 1 Milliarde € Baukosten.

Belästigung durch Lärm und Schadstoffe

Jahrzehntelange Belästigung durch Schwerlastverkehr, Baulärm und Mondlandschaften im Kölner Süden (besonders für die Stadtteile Poll, Westhoven, Rodenkirchen, Marienburg, Vingst, Gremberg, Ensen, Gremberghoven).

Zerstörung der Luft- und Lebensqualität

Zerstörung großflächiger und für die Kölner Luft- und Lebensqualität enorm wichtiger Naherho¬lungsgebiete (Gremberger Wäldchen, Poller Wiesen, Westhovener Aue, Marienburger Grüngürtel) incl. Liegewiesen, Laufstrecken, Spazierwege, Fahrradrouten und Hundewiesen.

Zerstörung von Naturraum

Umfassende Eingriffe in bestehende Naturlandschaften incl. Landschaftsschutzgebiete, Abholzung hunderttausender Bäume, Planierung von Grünflächen, Zerstörung von Rückzugsgebieten mehrerer hundert Tierarten vom Gartenschläfer bis zu Vogelbrutplätzen.

Abriss von Wohn- und Gewerbeflächen

Abriss von Wohn- und Gewerbeimmobilien incl. Campingplätzen, Restaurants, Cafes, Sportanlagen, Kleingärten etc. incl. der unter Denkmalschutz stehenden Rodenkirchener Brücke selbst.

Erhebliche Beeinträchtigungen im Verkehr

Erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen in den betroffenen Stadtteilen und – durch notwendige Aus¬weichrouten auch darüber hinaus – incl. jahrelange Unterbrechung von Rad- und Fußgängerwegen.

Ignoranz des Klimaabkommens

Die Verbreiterung der A4 fördert den motorisierten, umweltbelastenden Individualverkehr und unterläuft damit sämtliche, im übrigen auch von der EU vorgegebenen Maßnahmen zur Erhaltung der Natur und zur Minderung des Klimawandels.

Die A4 muss nicht ausgebaut werden!

Angeblich ist die Erweiterung der Rodenkirchener Autobahnbrücke
und die entsprechende Verbreiterung der A4 alternativlos.

Tatsächlich ist es so:

Rie Rodenkirchener Autobahnbrücke ist nicht sanierungsbedürftig. Sie gilt als eine der besterhaltendsten Brücken in NRW!

Die Brücke selbst ist bereits jetzt breit genug für zwei weitere Fahrspuren!

Hauptgrund für den Abriss ist der Bau einer neuen Brücke, die in beide Fahrtrichtungen jeweils zwei LKW-Spuren außen aushält.

Die Verkehrsprognosen (2018) zum erwartenden LKW-Aufkommen berücksichtigen nicht die
zu Wiedereröffnung der Leverkusener Autobahnbrücke für den LKW-Verkehr

Es gibt Alternativen: z.B. Nutzung der bestehenden Brücke mit jeweils einer zusätzlichen Fahrspur ausschließlich für den Abbiegeverkehr (“Zoo-Brücken-Modell”) inkl. Geschwindigkeitsbeschränkung. Damit läuft der Durchgangs-LKW-Verkehr weiterhin mittig und die Abbiegestau-Situation entspannt sich.

Der Ausbau der A4 im Kölner Süden führt nicht zu weniger Staus – diese werden durch den mangelnden Abfluss über den “Bonner Verteiler” und die Autobahnen A59 und A555 verursacht. Die Verbreiterung hat schon bei der A3 im Kölner Osten keine Entlastung gebracht.

Die Planungen der Verbreiterung der A4 stammen aus der vorherigen Legislaturperiode. Die jetzige Bundesregierung hat den Klimaschutz im Koalitionsvertrag verankert, kann aber aufgrund der Laufzeit des Verkehrswegeplans noch nicht eingreifen.

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Unser Anliegen als Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative A4minus ist eine Gruppe engagierter Bürger*innen aus Köln-Poll, die sich gegen den Neubau der Rodenkirchener Brücke und gegen den Ausbau der A4 zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Gremberg und Köln-Süd einsetzt. Wir wollen keinen Ausbau der A4 auf bis zu 10 Spuren inklusive verlängerter Auf- und Abfahrt.
Unser Ziel ist es, den geplanten Abriss der denkmalgeschützten und erst 1994 erweiterten Rodenkirchener Brücke zu verhindern, denn zukunftsorientierte und nachhaltige Stadtplanung sieht anders aus!

Der positiv erscheinende offizielle Projektname „A4plus – Ausbau im Kölner Süden“ der Autobahn GmbH GmbH suggeriert eine Aufwertung für angrenzende Stadtteile, das Bauprojekt birgt jedoch fast ausschließlich Nachteile für Poll und Umgebung. So besteht unter anderem ein deutlicher Widerspruch zu den beschlossenen Verkehrs- und Klimazielen der Europäischen Union und dem 2018 ausgesprochenen Klimanotstand der Stadt Köln.
„A4plus“ ist für Poll und viele anderen Stadtbezirke ein MINUS! Deshalb positionieren wir uns gegen den Ausbau der A4 zwischen den Autobahnkreuzen und den unnötigen Abriss der Rodenkirchener Brücke – Gemeinsam für ein lebenswertes Poll mit Zukunft!

„A4plus“ ist für Poll ein MINUS!

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Unsere Forderungen

Schutz der Naturlandschaft

Wir setzen uns für den Erhalt des Natur- und des Erholungsraums rechts und links der Autobahn A4 ein. Ein Großteil des historischen rechtsrheinischen äußeren Grüngürtels wird dem großräumigen Ausbau zum Opfer fallen. Dazu zählen vor allem das Gremberger Wäldchen, die Westhovener Aue und das Rheinufer. Diese Gebiete sind von besonderer Bedeutung für den Hochwasserschutz und für das Stadtklima von Köln und gehören zum Landschafts- und Wasserschutzgebiet. Die Baumaßnahmen werden Flora und Fauna alter Bestände von Wald, Grünflächen, Gärten, landwirtschaftlicher Fläche und Uferbereich irreversibel schädigen und zerstören und somit die Artenvielfalt drastisch minimieren.

Alternativen zum motorisierten Individualverkehr

Durch den Autobahnausbau sowie durch den Bau mehrerer neuer Wohngebiete in und um Poll werden zukünftig innerörtliche, bereits ausgelastete Verkehrswege wie beispielsweise Siegburger und Kölner Straße zusätzlich belastet.
Wir verlangen ein nachhaltiges, klimaneutrales Verkehrskonzept!
Den immensen Kosten des Autobahnausbaus stehen absurd geringe Investitionen in Bahn-, Bus- und Radverkehr gegenüber. In diesem Projekt hätte Poll die Chance zu einer Modellregion für die Verkehrswende zu werden. Wir fordern die Politiker und die Stadt Köln auf, den Bedürfnissen der Bürger*innen nach Alternativmobilität gerecht zu werden und zu handeln!

Transparente Kommunikation

Hat dich ein Flyer der Autobahn GmbH zu den Baumaßnahmen erreicht? Nein? Uns auch nicht. Die unzureichende Informationspolitik der Autobahn GmbH zum Ausbau der A4 hat viele Bürger*innen in Poll und Umgebung bis jetzt noch nicht erreicht. Scheinbar „echte“ Bürgerbeteiligung soll das Dialogforum der Autobahn GmbH bieten. Die Veranstaltung sind allerdings nicht öffentlich, die Bürger*innen als Akteure sind unzureichend vertreten und Dialog und Diskussionen werden auf ein Minimum reduziert.
Stellt Eure Fragen an die Autobahn GmbH direkt über https://a4plus.koeln/contact-us/ oder über Mail a4plus@autobahn.de, um auf das Mitspracherecht aufmerksam zu machen, welches uns zusteht!

Erhalt der Rodenkirchener Brücke

Das aktuelle Brückengutachten der Autobahn GmbH des Bundes fordert einen Abriss der unter Denkmalschutz stehenden Brücke, eines Wahrzeichens des Kölner Südens.
Ein Teil der Zwillingsbrücke ist erst 1994 mit der Erweiterung auf 4 Spuren erbaut worden. Wir fordern zum einen eine neue und von unabhängiger Stelle durchgeführte Analyse, ob ein Ausbau wirklich nötig und sinnvoll ist und eine Überprüfung, ob die Brücke einer höheren Verkehrslast tatsächlich nicht standhält.
Wir wollen, dass das Brückengutachten in direktem Zusammenhang mit dem zukünftigen Verkehrsaufkommen gestellt und beurteilt wird!

Verbesserung der Lebensqualität

Wir kämpfen für eine Verbesserung der Lebensqualität in unserem Veedel und gegen die hohe Lärm- und Schadstoffbelastung durch mehr Verkehr in Poll und den angrenzenden Stadtvierteln.
Seit Jahren ist unser Stadtteil eine unkontrollierbare Durchgangsstrecke für Pendler- und LKW Verkehr. Dieser quält sich durch die Ortschaft, um die Rodenkirchener Brücke als einzige Autobahnquerung über den Rhein zwischen Bonn und Köln zu passieren.
Wir verlangen den Schutz unserer Gesundheit, unserer Wohnungen und Häuser, und unserer Gärten und Grünflächen. Im Jahr 2018 hat die Stadt Köln den Klimanotstand ausgerufen – wir wollen, dass das ernst genommen wird!

Kein Ausbau auf 8 Spuren

Was nützt eine Verbreiterung der Autobahn, wenn der tägliche Pendlerstrom während der Rushhour weiterhin aufgrund überfüllter Innenstädte nicht abfließen kann? Wir brauchen attraktive, kostengünstige Alternativen für den Individualverkehr.
Es ist Zeit, verantwortungsvoller, nachhaltiger und umweltbewusster zu handeln und neue Denkweisen und Ansätze in der Verkehrsplanung zu etablieren. Die Politik macht diese Einstellung im Superwahljahr 2021 zu ihrer Agenda und muss erkennen: Mobilität nur auf der Straße gedacht hat keine Zukunft mehr! Wir fordern eine sinnvollere Nutzung unserer Steuergelder für klimaneutrale Alternativmobilität!

Häufig gestellte Fragen

Baubeginn soll laut Planungsvorgaben der Autobahn GmbH schon 2030 sein.

Die Bauzeit wird sicherlich 10 und mehr Jahre in Anspruch nehmen.

Zurzeit befindet sich das Projekt in der Vorplanungsphase also Phase 1 von 4 Phasen
Wir können uns jetzt noch gut organisieren, um uns einzubringen. Beim späteren Planfeststellungverfahren können wir dann nur noch Klage einreichen. Wir müssen auch politisch aktiv werden und die Politik und Parteien um Unterstützung bitten, sowie verschiedene Umweltverbände mit ins Boot nehmen und Demos zum Thema wahrnehmen, soweit es möglich ist. Presse und Öffentlichkeitsarbeit gehören bald auch dazu.

Der Planungsprozess besteht aus insgesamt 4 Phasen.

1. Phase: Vorplanung

Hier werden die Grundlagen, Umweltfachliche, technische und verkehrliche Untersuchungen von externen Gutachtern erstellt.

  • Verkehrsuntersuchung mit zu erwartende Verkehrsentwicklung
  • Umweltverträglichkeitsstudie mit Auswirkungen des Autobahnausbaus auf die unterschiedlichen Schutzgüter (Menschen, Tiere, Pflanzen etc.) /FFH Flora Fauna Habitat
  • Variantenentwurf der möglichen Trassenführung für die technische Machbarkeit
  • Tragwerksplanungen für die Brücke (Brückengutachten)

Aus dieser Vorplanung (Dauer ca. 3 Jahre) wird dann die Vorzugsvariante festgelegt. Diese wird im Rahmen der Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung Schritt für Schritt im Detail ausgearbeitet, bis dann letztlich mit dem Bau begonnen werden kann.

2. Phase: Entwurfsplanung

Diese dient zur verwaltungsinternen und fachtechnischen Prüfung. Sie legt den Kostenrahmen fest und ist Grundlage für die Veranschlagung im Haushalt. Außerdem erfolgt der Nachweis der Flächeninanspruchnahme. Der genehmigte Vorentwurf ist die Grundlage für das Planfeststellungsverfahren.

3. Phase: Genehmigungsplanung und Planfeststellung

Der Vorentwurf wird bearbeitet und fertiggestellt. Für alle im Planfeststellungsverfahren Beteiligten muss Art und Umfang der Betroffenheit erkennbar sein.

4. Phase: Ausführungsplanung und Bau

Aufgabe im Rahmen der Ausführungsplanung ist es, die Unterlagen so zu verfeinern, dass nach ihnen die Verkehrsanlage gebaut werden kann. Die Auflagen und Regelungen aus dem Planfeststellungsbeschluss sind dabei in die Planung einzuarbeiten. Steht die Ausführungsplanung, sind die Grundlagen für die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen gegeben.

Das Dialogforum begleitet als zentrales Organ den gesamten Planungs- und Genehmigungsprozess. Wenn es wesentliche neue Entwicklungen in der Planung gibt, findet zu Pandemiezeiten ein Onlineforum statt. (etwa zwei bis drei Mal im Jahr).

Das Forum besteht aus Vertreter*innen aus Verbänden, zivilgesellschaftlichen u.a. wirtschaftlich orientierten Gruppen, politischen Institutionen und einzelnen zufällig ausgewählte Bürger*innen, die über ein offizielles Bewerbungsverfahren einen Platz erhalten haben. Unsere BI hat ab dem 3. Dialogforum einen Mitgliedsplatz erbeten und auch erhalten.

Die Infoflyer mit den nötigen Kontaktmöglichkeiten für alle Bürger*innen wurden im Juni 2020 in Poll nachweislich nicht überall verteilt. Eine Nachverteilung erachtete die damalige Straßen.NRW als nicht mehr sinnvoll. Wie von der Autobahn GmbH, ehem. Straßen.NRW, angekündigt (auch vor der Pandemie), die angekündigten Infobusse gab es nicht und Veranstaltungen für interessierte Bürger fanden in Poll auch nicht statt. In Rodenkirchen gab es seinerzeit eine Veranstaltung.

Die fehlende Bürgerinformation ist unser Kernthema im Austausch mit der Autobahn GmbH gewesen. Wir haben mehrere Male kritisiert, dass die Streuung der Information an die Bürger*innen von den Mitgliedern des Dialogforums (als sog. Multiplikator!) nicht leistbar ist. Dies war auch einer der Gründe, warum wir im Dezember 2020 unsere Bürgerinitiative gegründet haben, da es den beiden Poller Mitgliedern in diesem Dialogforum offensichtlich nicht zuzumuten war. Letztendlich haben wir als BI um einen Platz im Dialogforum gebeten, den wir auch zum 3. Dialogforum antreten konnten.

Ein vom 22.-26. Februar 2021 im Kölner Wochenspiegel angekündigtes einwöchiges Bürgertelefon der Straßenbau GmbH wurde einmalig angeboten und wird aufgrund der spärlichen Nachfrage wohl einmalig bleiben. Wer Internetanschluss hat, kann sich auf der Internetseite der Autobahn GmbH
https://a4plus.koeln/ informieren, alle Anderen bleiben leider uninformiert.
Wir rufen dich dringend dazu auf, dich mit Fragen und Anliegen auch direkt an die Autobahn GmbH zu wenden und uns mit deiner Meldung zu unterstützen entweder über deren Kontaktformular (https://a4plus.koeln/contact-us/) oder direkt über Mail (a4plus@autobahn.de).
Je mehr Bürger*innen sich melden desto besser. Du kannst auch gerne die beiden Dialogmitglieder direkt anschreiben. Kontaktdaten sind in der Mitgliederliste der Website der Autobahn GmbH veröffentlicht (https://a4plus.koeln/mediathek/#mitgliederliste).

Wir als BI sind selbstverständlich auch Ansprechpartner! (s. Kontaktseite
Unsere Hauptaufgabe wird es sein, die Bürger*innen jetzt endlich transparent und umfangreich zu informieren und eure Interessen zu vertreten.

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