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"Verkehrskonzept" lässt zu wünschen übrig

Am 07. September lud die Stadt Köln zum Infoabend über die Entwicklung des Deutzer Hafens ein. Die Veranstaltung fand als Präsenzveranstaltung in der Holzhalle auf der Alfred Schütte Allee statt und konnte parallel im Live-Stream verfolgt werden.

Für uns besonders interessant: das Thema Verkehr. Für die Veranstalter und einige Teilnehmer war es allerdings eher die Frage, wann die ersten Wohnungen bezogen werden können. Dabei ist das Thema Verkehr und die Verkehrsgestaltung rund um den neu geplanten Deutzer Hafen durchaus wichtig – nicht nur für zukünftige Anwohner, sondern für die gesamte Kölner Innenstadt und angrenzende Stadtbezirke.

Das Plangebiet Deutzer Hafen umfasst 37,7 ha (davon 8,1 ha Wasser), auf dem insgesamt 3.000 Wohnungen entstehen sollen. 6.900 Einwohner sollen hier Platz finden und 6.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Es ist also leicht nachzuvollziehen, dass das Verkehrsaufkommen rund um den Deutzer Hafen steigen wird. Und das auf bereits jetzt stark ausgelasteten Straßen (Siegburger Straße/Östlicher Zubringer/A4). Man sollte meinen, dass es auch im Interesse der Stadt und des Planungsbüros ist, ein angemessenes Verkehrskonzept zu gestalten. Es entsteht aber der Eindruck, dass das nicht der Fall ist. Das Projekt Deutzer Hafen entpuppt sich bislang als Prestigeobjekt für den Wirtschaftsstandort Köln – sieht schön aus, ist aber eben nicht komplett durchdacht.

Die bislang einzige Verkehrs“lösung“, die im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt wurde, ist die Verkehrsregelung, die zukünftig über die Straße „Im Hasental“ abgewickelt werden soll und weiter über den östlichen Zubringer geleitet werden soll. Dies soll dadurch erreicht werden, dass die Ausfahrt aus dem Deutzer Hafengebiet an bestimmten Knotenpunkten als reine Linksabbieger-Spur ausgewiesen werden soll. Dadurch soll verhindert werden, dass der zu- und abfließende Verkehr über die Siegburger Straße durch Poll abläuft. Diese soll verkehrsberuhigend zurückgebaut werden. Für uns klingt das schon in der Theorie als eine eher fragliche Lösung und wir sind schier fassungslos, dass dieses „Konzept“ zum jetzigen Stand als einzige „Lösung“ präsentiert wurde.

Vielleicht wären wir etwas freundlich gestimmter, wenn es denn ein sinnvolles ÖPNV-Konzept gäbe. Doch auch hier gab es keine Ansätze, die den Deutzer Hafen oder auch das unmittelbar angrenzende Veedel Poll an das städtische ÖPNV-Netz anzubinden. Einzig fest geplante Anbindung scheint eine Verlängerung der Buslinie 150 zu sein, die den Hafen mit dem Deutzer Bahnhof verbindet und im Süden an die Linie 159 (Poll Schüttewerk) anschließt. Von einer Verstärkung der Linie 7 (höhere Taktung oder neue Bahnlinie 8) war ebenfalls die Rede, wie dies umgesetzt werden soll und am Knotenpunkt Deutzer Freiheit in den bereits bestehenden, sehr eng getakteten Plan der KVB passen soll, ist bis jetzt noch nicht geklärt.

In der anschließenden Diskussion wurden von einigen Interessenten konkrete Fragen zum vorgestellten Planungsstand des Verkehrskonzeptes gestellt. Anregungen wurden zwar freundlich zur Kenntnis genommen, die Bereitschaft, die Belange der Bevölkerung wirklich aufzunehmen und umzusetzen, scheint nicht gegeben.
Alle offiziellen Infos rund um das Projekt Deutzer Hafen gibt es hier: https://www.modernestadt.de/projekte/deutzer-hafen/

Autor*in des Beitrags: L.F.

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