03.06.2026 / Sperrung der Nordbrücke in Bonn und die Folgen
Die Bonner Nordbrücke wurde am Mittwoch, dem 3. Juni, vorläufig für zunächst 2 Wochen komplett gesperrt. In den nächsten 2 Wochen sollen Untersuchungen an der Brücke durchgeführt werden. Danach soll entschieden werden, in welchem Umfang und für wen die Brücke wieder freigegeben werden kann.
Es ist zu befürchten, dass die Brücke für den Schwerlastverkehr auf Dauer gesperrt bleibt und große Teile des LKW-Verkehrs über die Rodenkirchener Brücke fahren werden. Erst im April 2026 hatte die Autobahn GmbH ein sogenanntes ‚Weight in Motion‘-System (WIM) zum Schutz der Nordbrücke installiert. Dieses System kann das Gewicht vorbeifahrender LKW messen. Die Installation ist unbedingt notwendig, wenn man eine Gewichtsbeschränkung für Schwertransporte ausspricht und die Einhaltung dieser Beschränkung auch kontrollieren und Verstöße dagegen ahnden will. Das WIM-System wurde an der Nordbrücke zu spät installiert. Das Gleiche gilt für die Eifeltorbrücke und die Wiehltalbrücke, auch hier wurde gewartet, bis die Brücken schon geschädigt waren.
Insgesamt wird in Deutschland der Schwerverkehr nur ganz vereinzelt in einem aufwendigen und zeitraubenden Verfahren kontrolliert. In Österreich und der Schweiz erfolgt die Überwachung hingegen automatisiert und flächendeckend. Auch die Strafen sind dort deutlich drastischer.
In Deutschland wird Überladung faktisch toleriert. Die geringen Strafen werden als Kosten einkalkuliert.
Auch die Rodenkirchener Brücke wird nicht durch ein WIM-System vor überladenen LKW geschützt. Die Stadt Köln und auch das Land NRW müssen sich dringend für die Verschärfung des Bußgeldkataloges bei Überladung und die Montage von WIM-Systemen engagieren.
Die Rodenkirchener Brücke muss besser geschützt werden.
Zwar fällt die Rodenkirchener Brücke in die Zuständigkeit des Bundes, aber Versäumnisse beim Brückenschutz fallen auf die Kommunen zurück, wie man jetzt deutlich am Fall der Bonner Nordbrücke sieht. In Bonn wurde nun, nachdem die Brücke gesperrt werden musste, eine Task Force eingesetzt. Dort arbeiten Vertreter der Autobahn GmbH gemeinsam mit der Kommune und Verbänden an Lösungen für dieses riesige Verkehrsproblem. Dort geht es um Sperrungen von Straßen, um Taktverdichtungen des ÖPNV, Einrichtung von zusätzlichen Park and Ride Parkplätzen, Veränderungen von Ampelschaltungen bis hin zu Aufforderungen an die Beschäftigten, im Home-Office zu arbeiten. So wird deutlich, dass die Autobahn GmbH viele notwendige Regelungen nicht alleine treffen kann. Es erscheint sinnvoll und notwendig, dass so eine Task Force auch in Köln gegründet wird und man nicht wartet, bis die nächste Brücke nicht mehr befahren werden kann.
Sperrung der Autobahnbrücke auf der A4 an der Anschlussstelle Eifeltor
Wie Köln.t-online meldete, teilte die Autobahn GmbH am Freitag mit, dass ab kommenden Mittwoch (10. Juni) auf der A4 zwischen Eifeltor und Köln Klettenberg ebenfalls ein Fahrverbot für alle LKW mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen in Fahrtrichtung Olpe gilt. „Zwischen 21 Uhr am Mittwoch Abend und 5 Uhr am kommenden Morgen sind dann alle Fahrspuren zwischen der Anschlussstelle Eifeltor und dem Autobahnkreuz West dicht. In dieser Zeit bringt die Autobahn GmbH neue Fahrbahnmarkierungen an. Diese sollen dabei helfen, den vorgeschriebenen Mindestabstand von 50 Metern zwischen den einzelnen Fahrzeugen einzuhalten.“
Diese Maßnahme soll eine Übergangslösung sein. Bis zum Sommer soll eine Anlage installiert werden, mit der man den Verkehr besser überwachen kann. Danach soll ein Fahrstreifen für LKW in Richtung Olpe wieder frei gegeben werden. Es wird gemeldet, dass der Schwerlastverkehr ab 44 Tonnen umgeleitet wird. Durch welche Straßen diese Riesen-LKW dann fahren, blieb unklar.
